der tägliche geistliche Kampf

 

Vielen Menschen gefällt das Leben dann am besten, wenn es entspannt oder gemütlich zugeht und bestenfalls jemand für einen sorgt oder eine vorbereitete Umgebung schafft. Das klappt am besten im Urlaub mit Dauer-Sonnenschein und „all inklusive“-Versorgung. Manche beschreiben dies als paradiesischen Zustand und hoffen, dass es im Himmel genau so zugehen wird. (Die Erfahrung zeigt allerdings, dass eine Überdosis an Urlaub auch zu Langeweile und einem undisziplinierten Lebensstil führen kann. Ich nehme an, der Himmel wird über Urlaub und ewige Ruhe hinaus, intensive Gemeinschaft mit dem ewigen Gott und kreatives Entdecken seines Wesens und seiner Gaben sein. Und ebendas fängt schon im Hier und Heute an.)

 

Warum ist das Leben dann regelmäßig so hart und schwer zu ertragen? Warum müssen wir kämpfen, obwohl wir doch im Sieg leben sollten? Wenn Gott uns so sehr liebt, warum schenkt er uns nicht einfach eine ideale Umgebung?

-> Wir leben in einer gefallenen Welt. Auch als Erlöste sind wir nicht von der Welt, aber in der Welt. Jeder Mensch, auch ein Noch-nicht-Christ, ist zumindest immer wieder am Kämpfen, spätestens dann, wenn er gewohnte Wege verlässt und sich auf irgendeine Weise weiterentwickeln will. Um wieviel mehr stehen wir, als Botschafter vom Reich Gottes, in diesem Kampf – der zum Glück schon längst entschieden ist!
Mt. 10,34: „Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert!“
Joh. 16,33: „In der Welt habt ihr Angst/Bedrängnis; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!“
allerdings:
-> wir kämpfen nicht gegen Menschen oder Institutionen, sondern gegen geistliche Mächte der Finsternis. In erster Linie zeigt sich das in geistlichen Grundhaltungen, Gedanken(-gebäuden) und Verhaltensmustern oder -tendenzen.
1 Tim. 6,12: „Kämpfe den guten Kampf des Glaubens!“

 

Wer also Jesus nachfolgt, steht im geistlichen Kampf. Dabei geht es nicht nur um die Verteidigung der eigenen Lebensumstände, sondern die besten Kämpfe sind die, wenn etwas erobert werden soll. Auch das Volk Israel musste das gelobte Land Stück für Stück erobern. So dürfen auch wir in Gottes Strategie und Zeitplan, das Reich Gottes auf die Erde bringen – angefangen im persönlichen Verantwortungsbereich, wie Familie, Arbeit, Beziehungen usw.
Dabei sind wir stets auf der Siegerseite – und jammern über die Steine, die uns der Feind in den Weg legt, obwohl wir wissen, dass uns Jammern und Hadern nicht weiterhilft. Eigentlich geben wir den Steinen damit zu viel Ehre.
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, auf feindliche Widrigkeiten zu reagieren: entweder wir weisen die Angriffe zurück und schlagen den Feind damit direkt, oder wir erkennen, dass Gott die Widrigkeiten zugelassen hat, damit wir sie mit Ihm zusammen überwinden und geistlich gestärkt aus der Herausforderung hervorgehen. Letzteres ist manchmal herausfordernd ungemütlich und hat einen gewissen Trainingscharakter. Training jedoch ist die Voraussetzung für Wachstum und Stärke.

 

Sieben konkrete Tipps zum Kampf/Sieg:

 

1.)    Entlarve Lügen in deinem Denken
Gedankenmuster sind ein Schlachtfeld des Glaubens bzw. der Zweifel.
Negative Gedankenmuster rauben uns den Glauben, die Hoffnung und die Liebe.
Erkenne die Lüge, z.B. die Angst, als Christ die Freunde zu verlieren, etwas zu verpassen usw.
-> was glaube ich da eigentlich? Wie komme ich auf die Idee?
Bei Licht betrachtet stellt sich vieles als primitive Lüge oder In-Frage-stellen von Wahrheiten heraus.

 

2.)    Erkenne deine Abhängigkeiten und Verstärkungsmechanismen
z.B. die Lüge: mein Glück ist abhängig von der Bestätigung anderer, wie gut ich anderen helfen kann, vom eigenen Erfolg, von der inneren Verwirklichung, von der Zahl der Beziehungen usw. 
Stell dich immer wieder der Frage: von was träume ich, was würde ich auf die einsame Insel mitnehmen, was will ich noch erleben, was sollen andere von mir sagen, was würde ich inzwischen anders machen…? Bring diese Dinge in Gottes Licht.

 

3.)    Proklamiere und bete biblische Wahrheiten aus
Gottes Wort ist ein scharfes zweischneidiges Schwert -> im Regal hilft ein Schwert nichts -> man muss es gebrauchen!
Auch hier ist Training angesagt: es reicht oft nicht, die Bibel zu zitieren und schwupps ist es so, sondern man muss das Wort erkennen, „essen“, oder wie Vokabeln lernen. Die Bibel ist kein Telefonbuch oder Rezeptsammlung, sondern das Wort ist Leben und muss von einem wachen Geist aufgenommen werden.
-> Ich ergreife die Wahrheit, auch wenn ich sie momentan nicht so fühle.
Bete: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben“, „Herr, zeig Dich als…(Bibelzitat), ich glaube, du bist…(Bibelzitat)“ -> so lange, bis sich dein Denken verändert.
Die Psalmen sind dabei ganz hilfreich, um dich abzuholen.

 

4.)    Manchmal stoßen wir auf Dinge, die wir in unser Leben gelassen haben.
Wenn du z.B. Geld verliehen hast und dich nun sorgst, ob du es zurückbekommst
-> zeigt, dass der Gedanke an‘s Geld deinen Glauben an Gottes Versorgung überlagert.
Sind es wiederkehrende Ängste, die du in dein Denken gelassen hast -> rausschmeißen, Gottes Frieden proklamieren.
Sind es ungute Beziehungen oder Abhängigkeiten -> klären, beenden, Gott fragen, was Er dir sein muss, damit deine Seele Ruhe findet.
Manchmal findet sich auch ein generationsübergreifendes geistliches Erbe oder ein gesellschaftlich akzeptiertes Denkmuster, von dem man sich aktiv trennen muss und damit die Wurzeln dieser Angriffsmöglichkeit abschneidet.

 

5.)    Was du ins Licht bringst, verliert an Kraft
Dinge, die uns unangenehm sind, erzählen wir nicht weiter -> das Verschweigen ist das Problem, weil das Aussprechen ihm die Last und Kraft nehmen würde. Deswegen rät uns die Bibel, einander Sünden zu bekennen.
Auch wenn der Gegenüber keine Lösung bietet -> einfach mal aussprechen -> ein paar vertraute Freunde suchen und sich mitteilen: die Freunde lieben einen trotzdem oder umso mehr, sich verstecken ist eine Lüge.

 

6.)    Das Blut Jesu anwenden.
Manche Christen haben ein tägliches Ritual, sich unter den Schutz von Jesu Blut zu stellen. Andere tun dies in besonders herausfordernden Situationen oder wenn die Umstände zu eigenartig-unheimlich erscheinen. Auch in manchen Räumen oder Gegenden hat man mitunter das Bedürfnis, diesen Schutz aufzusuchen.
Wie jedes Gebet, das mit Zuversicht und Glauben gebetet wird, hat ein Blut-Jesu-Gebet Macht, was nicht mit magischen Formeln verwechselt werden darf. Wie die Sache mit dem Schwert, muss man es „anwenden“, ausrufen, sich bedecken lassen.

 

7.)    Das innere Gebet
Entgegen rational formulierter Gebete, die an geeigneter Stelle ihre Berechtigung haben, lässt sich das innere Gebet eher als ein liebendes Verweilen bei Gott beschreiben. Ist es z.B. bei heftigen Angriffen schwierig, einen klaren Gedanken zu fassen oder zur Ruhe zu kommen, dann lohnt es sich, bei Jesus zu verweilen, so gut es geht. Möglicherweise wiederholt man einen Satz wie „Jesus, ich suche Zuflucht bei dir“, bis die Seele zur Ruhe kommt.

 

 

Außerdem: Ps. 18,4: „Ich rufe zum Herrn „sei gepriesen“ und ich werde von meinen Feinden errettet.“
Lobpreis ist eine entscheidende Waffe zum Sieg -> vor allem, wenn es uns NICHT gut geht
-> dann zeigt sich die befreiende Wirkung
-> ein „Gott sei gelobt“ in Trübsal ist wertvoller als tausend Danksagungen in guten Zeiten (Teresa von Avila)
Du stellst dich im Lobpreis auf die Siegerseite, das verändert die Atmosphäre in deinem Kopf.
Der geistliche Kampf ist immer ein Kampf um den Lobpreis -> wen ehre ich, wem [welcher Wahrheit] glaube ich, um wen dreht sich mein Leben?
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Außerdem 2:
Triff keine wichtigen Entscheidungen in einer Kampfsituation -> abwarten (der Teufel hat keine Geduld), suche Frieden und entscheide dann!

 

Es gibt Situationen, wo Gott dir keine Antwort, sondern „nur“ seinen Frieden gibt.
Du brauchst nicht immer eine Antwort, aber immer seinen Frieden (wie bei Hiob -> die Gottesbegegnung war ihm genug) -> Gottes Gegenwart suchen.
Gebet: „Still den Sturm oder sei mit mir im Boot.“
Mt. 28,20: „Ich werde bei euch sein bis ans Ende der Welt.“

 

 

 

Nach einer Vorlage von Johannes Hartl: https://gebetshaus.org/medien/schwarzbrot-das-harte-zeug/?type=222&tx_ytmediathek_mediathek%5Bcolor%5D=purple&tx_ytmediathek_mediathek%5Bentry%5D=41&cHash=d644303e92917827ddd55c2c88dec2d8

 

 

 

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